BBA
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PIERRE-YVES CRUAUD: WHILE THE SHADOWS DREAM UPRIGHT

ÜBER DIE EINZELAUSSTELLUNG

VERNISSAGE

SAMSTAG 04. JULI

18:00 - 21:00 UHR

STANDORT

BBA GALLERY

KÖPENICKER STR. 96

10179 BERLIN-MITTE

AUSTELLUNG

04.07 - 01.08.2026

ÖFFNUNGSZEITEN

DIENSTAG – SAMSTAG

12:00 – 18:00 UHR

„While the Shadows Dream Upright“ fungiert als eine poetische Anweisung: ein Aufruf an die Bilder, sich zu entziehen, und an die Sprache, zu widersprechen. In einer an Magritte erinnernden Geste nutzt Pierre-Yves Cruaud den Titel als Ablenkungsmanöver, um die Aufmerksamkeit des Betrachters gezielt zu verschieben, die Wahrnehmung zu verunsichern und ein Feld für neue Interpretationen zu eröffnen.

Die Ausstellung vereint zwei fotografische Serien, die die Nacht als Raum der Erinnerung, der Fremdheit und der Offenbarung erkunden. Diese Aufnahmen versuchen jene präzisen Momente einzufangen, in denen sich die Realität zurückzieht, um Platz für Traumfragmente zu schaffen. Jede Komposition ist mit der Seele eines minimalistischen Gemäldes konzipiert; die „Charaktere“, die diese „Räume“ bewohnen, wirken wie Geiseln ihrer eigenen Geschichte und Spuren.

Doch Cruauds Protagonisten sind alles andere als passiv. Sie kämpfen, mutieren und erfinden sich neu, um zu überleben. In diesem Werkkomplex ist die traumhafte (oneirische) Dimension kein Entkommen aus der Welt – sie ist ein Akt, eine Mahnwache und eine lebensnotwendige Überlebensstrategie. Durch den Aufbau einer ständigen Wahrnehmungsspannung beschwört While the Shadows Dream Upright poetische Rätsel herauf, die beständig zwischen Traum und wacher Realität oszillieren.

ÜBER DEN KÜNSTLER

Pierre-Yves Cruaud ist ein französischer bildender Künstler mit einem Hintergrund in Filmwissenschaft, die er von 1993 bis 1996 studierte. Im Mittelpunkt seiner künstlerischen Praxis steht das Standbild als Raum für imaginäre und sinnliche Erkundungen. Seit 2000 dreht er experimentelle Filme und Videos. Er komponierte die Musik für den Spielfilm „Should the Wind Drop“ unter der Regie von Nora Martirosyan (Offizielle Auswahl – Filmfestspiele von Cannes 2020), bevor er sich 2021 der Fotografie zuwandte.

Anstatt die Welt so einzufangen, wie sie erscheint, versucht Cruaud, sie so darzustellen, wie er sie sich vorstellt, und nutzt die Fotografie, um innere Erfahrungen und emotionale Landschaften zu evozieren. Seine Bilder zeichnen sich durch eine minimalistische Theatralik aus, die den Realismus in Frage stellt. Sorgfältig inszeniert und doch rätselhaft laden sie den Betrachter dazu ein, sich mit der Szene zu identifizieren, während sie gleichzeitig Erwartungen untergraben.

Cruauds Arbeit dreht sich oft um das Konzept der Metamorphose, einer wiederkehrenden Metapher für Verwandlung, Ungewissheit und psychologische Tiefe. Seine Fotografien suggerieren Momente, die zwischen verschiedenen Zuständen schweben, in denen das Vertraute fremd und das Statische dynamisch wird.

Im Jahr 2025 war er einer der beiden Gewinner des ersten Preises des BBA-Fotografiepreises.

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