
HELEN SHULKIN
ÜBER DIE KÜNSTLERIN
GEBOREN IN BELARUS
LEBT UND ARBEITET IN NORDERSTEDT, DEUTSCHLAND
Helen Shulkin ist eine zeitgenössische Künstlerin, deren Werk an der viszeralen Schnittstelle zwischen menschlicher Anatomie und architektonischer Form operiert. Ihre Praxis basiert auf einer provokanten Fragestellung: Wenn Städte Erweiterungen des Körpers sind, was bedeutet es dann, in den skelettartigen Überresten von Post-Konflikt-Landschaften zu leben? Shulkin lehnt die Romantisierung von Ruinen ab und nähert sich der Architektur mit einem forensischen Blick, wobei sie Treppenhäuser, Betonplatten und Fenstergitter wie Rippen, Organe und offene Wunden behandelt.
Ihre neueste Werkserie „Flesh of the City“ untersucht Fragmente der gebauten Umwelt als klinische Protokolle von Gewalt. Ihre Leinwände fungieren eher als Obduktionen denn als bloße Darstellungen; dabei nutzt sie Öl und Leinwand wie Skalpell und Naht, um architektonische Schichten abzutragen und deren rohe Verbindung zur menschlichen Gestalt freizulegen. Durch dicke, gezogene Ölfarben, die eher wie biologisches Gewebe als wie bloße Farbe wirken, lässt sie Perspektiven kollabieren, um das Trauma eines Gebäudes sichtbar zu machen. Was zunächst wie Abstraktion erscheint, verbirgt oft spezifische historische Verletzungen – einen Korridor, der zur Fluchtroute wurde, oder eine Fassade, die Zeuge eines Protests war.
Shulkins Karriere ist geprägt von internationaler Anerkennung und einem tiefen Engagement für Kunst als Aktivismus, insbesondere als Gründerin der Plattform New Belarus Art. Sie wurde für renommierte Preise wie die NORDWESTKUNST 2025 und den Kunstpreis der Sparkasse Karlsruhe nominiert. Ihre Arbeiten wurden unter anderem in der Kunsthalle Wilhelmshaven, dem Arsenale di Venezia und der Nationalgalerie von Mazedonien ausgestellt und befinden sich in öffentlichen Sammlungen wie dem Deutschen Literaturarchiv Marbach und der Staatsbibliothek zu Berlin. Durch ihre „visuelle Alchemie“ definiert Shulkin vom Menschen geschaffene Landschaften nicht als bloße Lebensräume neu, sondern als essenzielle, verletzliche Erweiterungen unserer Existenz.
Ausstellungen & Projekte (Auswahl)
2025
NORDWESTKUNST 2025, Kunsthalle Wilhelmshaven, Wilhelmshaven, Deutschland (Ausstellung der nominierten Künstler)
48. Kunstpreis der Kulturstiftung der Sparkasse Karlsruhe, Karlsruhe, Deutschland (Ausstellung der nominierten Künstler)
Structures, KURA Gallery, Hamburg, Deutschland (Zwei-Personen-Ausstellung)
The Shape it Takes, Galerie Grolman, Berlin, Deutschland
2024
Future Perfect, Durden and Ray Gallery, Los Angeles, USA
2023
FORWARD, Von Fraunberg Art Gallery & Taylor Wessing, Düsseldorf, Deutschland
2022
Moving Cities: a changing metropolis, Anise Gallery, London, UK
2020
OSTEN Biennial of Drawing, National Gallery of Macedonia, Skopje, Nordmazedonien
2018
Solo exhibition of awarded artists, Gallery OSTEN, Skopje, Nordmazedonien
2015
Frauenmuseum Bonn, Art Fair 25, Bonn, Deutschland


