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JAROSLAV DRAZIL

ÜBER DEN KÜNSTLER

GEBOREN IN ÖSTERREICH

LEBT UND ARBEITET IN WÜRZBURG, DEUTSCHLAND

Jaroslav Drazil ist ein bildender Künstler, dessen künstlerische Praxis tief von seiner eigenen Biografie geprägt ist; als Sohn einer Mutter, die in den 1980er-Jahren aus der ehemaligen Tschechoslowakei floh, verbrachte er Teile seiner Kindheit selbst auf der Flucht und in Flüchtlingslagern. Diese frühen Erfahrungen von Bewegung, Übergang und Unsicherheit bilden den inhaltlichen Kern seiner Arbeit.

Sein aktuelles Projekt „Strange Homeland“ setzt sich mit Heimat als ambivalentem und fragilem Zustand auseinander, fernab von einer geografisch fixierten Verortung. In dieser Serie thematisiert der Künstler das Gefühl des „Dazwischen“ – das Spannungsfeld von Ankommen und Weitergehen, von Zugehörigkeit und Fremdheit. Seine Arbeiten zeigen naturalistisch-realistisch gemalte Figuren in bewusst reduzierten, zeichnerisch oder holzschnittartig anmutenden Bildräumen. Ein wiederkehrendes Motiv, das auch in seinen Beiträgen zur NordArt im Fokus steht, sind Sitzflächen von Bushaltestellen; sie dienen als Symbole einer Existenz in Bewegung, an denen man zwar körperlich präsent ist, aber nie endgültig ankommt. Drazil beschreibt diesen Zustand als ein visuelles Spannungsfeld zwischen Halt und Auflösung.

Drazils Hintergrund als Maskenbildner für namhafte Häuser wie das Opernhaus Zürich fließt in seine präzise Auseinandersetzung mit der menschlichen Physis ein. Zu den Höhepunkten seiner Karriere zählen die Einzelausstellung „Factum Est“ im Martin-von-Wagner-Museum sowie die Präsentation von „Strange Homeland“ auf der internationalen Kunstausstellung NordArt. Zuletzt gewann er die Ausschreibung für „Kunst am Bau“ der Universität Würzburg mit dem Projekt „Campus Kaleidoskop“. Seine Arbeit versteht sich als verdichtetes Bild kollektiver Erfahrungen, das den Betrachter einlädt, Heimat weniger als Ziel, sondern vielmehr als einen permanenten Zustand des Suchens zu begreifen.

Ausbildung & Beruf

2003–2006

Ausbildung zum Kunsthandwerk-Maskenbildner

Akademie für Medien & Gestaltung, Baden-Baden

Ausbildung am Main-Franken-Theater Würzburg

2006–2018

Maskenbildner und stellvertretender Chefmaskenbildner

Main-Franken-Theater Würzburg

Opernhaus Zürich

Ausstellungen & Projekte (Auswahl)


2025

Paralyzed, NordArt, Internationale Ausstellung für zeitgenössische Kunst

2024–2025

Kunst am Bau, Universität Würzburg, Gewinner der Ausschreibung

Realisierung Campus Kaleidoskop.

2024

Strange Homeland, NordArt, Internationale Ausstellung für zeitgenössische Kunst

2023

Neuinterpretation von Giovanni Battista Tiepolos Deckenfresko, Allegorien der Kontinente, Motel One Würzburg, Kulturpreis der Stadt Würzburg, Kulturkreis der Stadt Würzburg

2022

Factum Est, Solo Exhibition, Martin-von-Wagner-Museum Würzburg, Begleitend Museum am Dom und St.-Johannis-Kirche Würzburg, Kurator Prof. Dr. Damian Dombrowski

2021

Glut, Group Exhibition, Stadthalle Lohr, Ateliergemeinschaft Trias, Werkserie Village People

2020

Group Exhibition, Sudhaus Bürgerbräugelände Würzburg, Künstler*innenkollektiv Nomaden

2019

Von hier bis jetzt, Group Exhibition, Spitäle VKU Würzburg, Kurator Felix Röhr

2016

Prozesse, Group Exhibition, Posthallen Würzburg, Galerie Anne Busch, Köln

2014

Zwischenmenschen, Solo Exhibition, Foyer des Main-Franken-Theaters Würzburg, Kurator Prof. Dr. Hermann Schneider

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